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Pentagon testet taktische Atombombe und wirft Attrappe über Nevada ab

Ein amerikanischer B2-Tarnkappenbomber hat über Nevada die Attrappe einer Atombombe vom Typ B61-12 abgeworfen. Der Test war Teil eines Projekts, mit dessen Hilfe die amerikanischen Streitkräfte die Einsatzfähigkeit der 1968 in Dienst gestellten Bomben um weitere 20 Jahre verlängern wollen.

Das amerikanische Energieministerium teilte vergangene Woche mit: »Die National Nuclear Security Administration (DOE/NNSA), eine Unterabteilung des Energieministeriums, und die US Air Force führten am 9. Juni auf der Versuchsanlage Tonopah in Nevada zwei nicht-nukleare System-Qualifikationsflugtests der freifallenden Fliegerbombe B61-12 durch. Diese Tests sind die ersten derartigen Eignungstests an einem B-2A Spirit Bomber für die B61-12.«

Mithilfe der Experimente wolle man einschätzen können, inwieweit der Bomber fähig ist, die Bombe zu tragen und abzuwerfen, und inwieweit die Waffe auch nicht-atomar eingesetzt werde könne, so die Behörde.

Seit fünf Jahrzehnten sind unterschiedliche Varianten der Atombombe B-61 auf Stützpunkten der USA und der NATO stationiert. Im Laufe der Zeit hat das Pentagon die tödliche Waffe mehrfach überarbeitet, aktuell sind die Varianten 3, 4, 7 und 11 noch im Einsatz.

Für 7,6 Milliarden Dollar arbeitet das amerikanische Verteidigungsministerium im Rahmen des »B61-12 Life Extension Program« daran, »alle nuklearen und nicht-nuklearen Komponenten der Bombe zu erneuern, neu zu verwenden oder zu ersetzen« und die Lebensdauer der B-61 um mindestens 20 Jahre zu verlängern. Die Fertigstellung der »ersten Produktionseinheit« wird für 2020 erwartet.

Die B61-12 soll nicht nur von modernen und künftigen Langstreckenbombern abgeworfen werden können, das Pentagon will die Bombe auch für den Abwurf von F-15E-Kampfjets tauglich machen. Auch die hochmodernen Kampfflugzeuge des Typs F-35 Lightning II sollen die Atomwaffe abwerfen können. Das hat die Besorgnis geweckt, dass die Schwelle für den taktischen Einsatz atomarer Waffen langsam gesenkt werden soll.

Präsident Barack Obama segnete in seiner Amtszeit die Modernisierung des Atomwaffenarsenals ab. Präsident Donald Trump wiederum wandelte das Programm in ein ehrgeiziges, auf 30 Jahre angelegtes Vorhaben um, das mindestens 1.200 Milliarden Dollar kosten wird. 800 Milliarden Dollar fließen in den Unterhalt der Atomwaffen-Einheiten, rund 400 Milliarden Dollar in ihre Erneuerung. Als Grund wird eine existenzielle Notwendigkeit angeführt, »revisionistische Mächte« wie China und Russland abschrecken zu müssen.

Russland hat wiederholt kritisiert, dass die Atomwaffenstrategie unter Präsident Trump die Kriterien für einen Einsatz nuklearer Waffen abschwächt. In der sogenannten Nuclear Posture Review heißt es, nicht-nukleare Angriffe, die Opfer in großen Mengen fordern oder wichtiger Infrastruktur gelten, reichen den USA als Grund für Vergeltungsmaßnahmen mit Atomwaffen aus. Gleichzeitig warnte Moskau, dass die Verlegung zusätzlicher B61-Bomben auf NATO-Stützpunkte in Europa gegen den Atomwaffensperrvertrag verstoße.

Um zu rechtfertigen, dass der Steuerzahler für die Modernisierung des Waffenarsenals zur Kasse gebeten wird, zeigt Washington ständig auf Russland und wirft dem Kreml vor, seine Nachbarn zu bedrohen und die nationale Sicherheit der USA zu gefährden.

»Russland hat seine Bereitschaft unter Beweis gestellt, die Landkarte Europas gewaltsam zu verändern und seinen Nachbarn seinen Willen aufzuzwingen, unterstützt von versteckten und ausdrücklichen Drohungen mit einem atomaren Erstschlag«, heißt es in dem Strategiepapier. Dabei besagt die russische Militärdoktrin ganz eindeutig, dass Atomwaffen nur als Reaktion auf einen nuklearen Angriff zum Einsatz kommen dürfen oder wenn ein massiver Angriff mit konventionellen Waffen die gesamte Existenz des Staats bedroht.

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