Tyler Durden

Putin verweigert Iran S-400-Raketenabwehrsysteme angesichts wachsender Spannungen im Persischen Golf

Russlands Präsident Wladimir Putin liefert dem Iran keine Raketenabwehrsysteme vom Typ S-400. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen russischen Staatsvertreter und andere anonyme Quellen.

Hintergrund der Entscheidung dürften die zunehmenden Spannungen zwischen Teheran und Washington sein. Zuletzt warfen die USA dem Iran »Sabotage-Angriffe« auf Öltanker und eine Erdölpipeline in der Golfregion vor.

Bloomberg schreibt:

»Die Anfrage wurde von Präsident Wladimir Putin abgelehnt, sagten die Quellen, die anonym bleiben wollten, weil sie nicht befugt sind, sich öffentlich zu äußern. Irans Außenminister Mohammad Dschawad Sarif hatte Moskau am 7. Mai besucht.«

Offensichtlich ist Russland nicht bereit, das Verhältnis mit den USA zusätzlich zu belasten und weitere Strafmaßnahmen Washingtons zu riskieren. Moskau gerät derzeit immer tiefer in eine Art neuen Kalten Krieg, der sich an diversen Fronten rund um den Globus abspielt, unter anderem in Syrien, der Ukraine und Venezuela. Hinzu kommen das Scheitern des INF-Atomwaffenvertrags, Rüstungsgeschäfte mit der Türkei und neuerdings auch noch Vorwürfe, Russland teste in der Arktis Mini-Atombomben.

Bislang hat keine Seite den Bloomberg-Bericht bestätigt. Allerdings hatte sich Russland zuletzt bemüht, sowohl Israel als auch dem Westen zu vermitteln, dass man etwas gegen eine Ausweitung des iranischen Einflusses in Syrien unternehmen müsse. Dahinter steht die Absicht, den Stellvertreterkrieg im Land zu beruhigen und die Lage zu stabilisieren.

In der syrischen Provinz Idlib verstärken Regierungseinheiten und russisches Militär ihre Luftangriffe. Würde Russland den Iran nun auch noch mit S-400-Systemen beliefern, würde das vermutlich die Großmächte erneut auf Konfrontationskurs führen und die Lage würde sich weiter zuspitzen. Moskau dürfte nicht daran interessiert sein, den Konflikt noch weiter zu schüren, außerdem benötigt es die Türkei für sein Vorgehen in Idlib.

Geht man von bisherigen Erfahrungen aus, dürften S-400-Lieferungen zudem dazu führen, dass Israel seine Angriffe auf iranische oder dem Iran nahestehende Einheiten in Syrien und Libanon verstärkt.

Nachdem bei einem massiven israelischen Luftangriff vergangenes Jahr versehentlich ein russisches Aufklärungsflugzeug abgeschossen wurde, kündigte Moskau an, S-300-Raketen nach Syrien zu verlegen. Das angeblich sehr treffsichere Luftabwehrsystem ist Berichten zufolge seit Februar scharf geschaltet, derzeit wird daran syrisches Personal ausgebildet. Die Maßnahme wurde von den USA und ihren Verbündeten heftig verurteilt.

Sowohl Russland als auch die Türkei sehen sich derzeit dem Druck der USA ausgesetzt. Der Verkauf russischer S-400-Raketen an die Türkei wurde vorerst eingestellt. Die USA drohen der Türkei wiederum mit Sanktionen. Der US-Kongress hat beschlossen, keine weiteren F-35-Kampfjets an die Türkei zu verkaufen.

Quelle: Zerohedge

Freitag, 31.05.2019

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