Kim Blatter

Schleierhafter Auftritt:

Madonna neuerdings im Burka-Look unterwegs

Inkognito-Modus fehlgeschlagen: Madonnas neuer Kleidungsstil erregte diese Woche großes Aufsehen auf dem John F. Kennedy Flughafen in New York. Hier zeigte sich die 60-jährige Sängerin verschleiert mit Burka-Maske und Sonnenbrille. Passend dazu trug sie einen schwarzen Daunenmantel mit weißen Spitzeneinsätzen und Hausschuhe. Doch wer Madonna kennt, weiß, dass sie dieses Outfit nicht zufällig gewählt hat.

Die sonst gern freizügig gekleidete Pop-Ikone zog es diese Woche vor, im Burka-Look über den Flughafen in New York zu spazieren. Mit ihrer Verschleierung zog sie innerhalb kürzester Zeit die Aufmerksamkeit sämtlicher Fotografen auf sich. Doch als sie bei der Flughafenkontrolle ihre Maskierung abnehmen musste, wurde ihre wahre Identität schnell enthüllt.

Möglichst unerkannt zu bleiben, kann wohl kaum der Auslöser für die Kleiderwahl der berühmt-berüchtigten Sängerin gewesen sein. Für einen Publicity-Gag würde wiederum sprechen, dass Madonna gerade ihre neuen Tourdaten für Amerika und Europa bekannt gegeben hat. Doch steckt vielleicht noch ein tieferer Sinn dahinter?

Mitte Mai würde Madonna auf einem Song Contest in Tel Aviv auftreten, doch trotz der Zusage ihres Managements ist nicht klar, ob sie den Auftritt wahrnehmen wird. Die Europäische Rundfunkunion als Veranstalter hat den Auftritt nicht bestätigt, was an den »politischen Inhalten« ihrer Songs liegen könnte. Der Wettbewerb sei unpolitisch, so die Rundfunkunion.

In ihrem letzten Interview mit dem Magazin Vogue beschwert sich Madonna darüber, dass es keine neuen feministischen Heldinnen gibt, die sie verehren könnte.

Madonna, die T-Shirts trägt, auf denen steht: Feminism is the radical notion that women are people und offen darüber philosophiert, dass sie darüber nachdenke, das Weiße Haus in die Luft zu sprengen, ist ein weiteres politisches Statement durchaus zuzutrauen.

Seit den 80er-Jahren setzt sich die »Queen of Pop« konsequent für die Frauenbewegung, Schwule und Lesben ein. Gegen Rassismus und Armut in Afrika spricht sie sich öffentlich aus.

Mit ihrem neuen, politischen Song »I Rise« möchte sie Jugendliche ermutigen, stark zu bleiben und aufzustehen für das, was ihnen wichtig ist. Der Song beginnt mit einem Sample der berühmten Rede von Emma González, einer Überlebenden des Schulmassakers in Parkland, Florida, im Februar 2018. In dieser Rede, die die Schülerin auf dem sogenannten »March For Our Lives«-Protest hielt, forderte González unter anderem strengere Waffengesetze.

Auch ihr verschleierter Auftritt auf dem Flughafen könnte als Ermutigung für Frauen dienen, für etwas aufzustehen – und sich gegen die Unterwerfung ihrer Männer zu wehren. Oder wollte Madonna damit satirisch darstellen, wie unangemessen eine Vollverschleierung in der freien westlichen Welt ist? Wir ziehen unseren Hut, wenn es denn so wäre.

Freitag, 10.05.2019

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