Stefan Schubert

Türkische Invasion Syriens verwandelt Deutschland in ein Pulverfass

Millionen Menschen in Deutschland befinden sich im Krieg – gegeneinander. Derzeit sollen rund 1,2 Millionen Kurden in Deutschland leben. Dazu kommen seit der unkontrollierten Masseneinwanderung rund 770 000 Syrer. Ethnische »Säuberungen« in Nord-Syrien, die von Erdoğans radikal-islamistischen Milizen ausgeführt werden, kommen hier noch hinzu. Die Leidtragenden sind neben Kurden und Jesiden auch christliche Aramäer. Behörden erwarten zudem militante Aktionen vonseiten der linksextremen Antifa zur Unterstützung der Kurden. Deutschlands Sicherheitslage gleicht angesichts dieser Zustände einem Pulverfass.

Erdoğans Träume von einer osmanischen Großmacht haben nicht nur zu einem neuerlichen Krieg im Nahen Osten geführt, sondern gleichzeitig die Sicherheitslage in Deutschland eskalieren lassen. Für zahlreiche Experten ist der Waffengang gegen die kurdische Bevölkerung in Syrien hingegen nur vorgeschoben. Längst werden im Internet, in AKP-Foren und selbst im türkischen Staatsfernsehen, Türkeikarten mit Grenzen von 1918 gezeigt.

»Es geht ihm nicht um einen kleinen Sicherheitskorridor in Nordsyrien, er sieht die historische Gelegenheit, die Grenzen der Türkei in großem Stil zu verschieben«, wird dieser Tage ein hochrangiger Diplomat in Brüssel zitiert. Die gesamte Sicherheitsarchitektur des Nahen Ostens scheint wieder einmal außer Kontrolle zu geraten. Zudem droht der Despot vom Bosporus unverhohlen mit etwas, wovon der Mainstream gar nichts wissen will – nämlich mit dem Einsatz der »Migrationswaffe«. Die US-Politikwissenschaftlerin der Tufts University in Boston, Kelly M. Greenhill, schreibt dazu in ihrem lesenswerten Buch Massenmigration als Waffe: Vertreibung, Erpressung, Außenpolitik:

»Die Urheber dieser Nötigungspolitik verfolgen das Ziel, das Verhalten der Zielstaaten zu beeinflussen, indem sie vorhandene und miteinander konkurrierende politische Interessen und Gruppen ausnutzen und indem sie die Kosten oder Risiken beeinflussen, die den Bevölkerungen der Zielstaaten auferlegt werden.«

Wie unverhohlen Erdoğan Deutschland und die EU mit der Migrationswaffe zu erpressen gedenkt, verbreitete die Nachrichtenagentur AFP:

»Hey EU, wach auf! Ich sage erneut: Wenn ihr unsere Operation als Invasion darzustellen versucht, ist unsere Aufgabe einfach: Wir werden die Türen öffnen und 3,6 Millionen Menschen werden zu euch kommen«, so der türkische Despot. Erdoğan wird zudem eine ideologische Nähe zur radikal-islamistischen Muslimbruderschaft vorgeworfen. Dieses bestens vernetzte Netzwerk arbeitet bekanntlich an der islamischen Weltherrschaft, dem Kalifat.

Die Muslimbrüder betreiben ebenfalls eine gezielte Islamisierung Deutschlands, mit dem Endziel, einen islamistischen Gottesstaat in Deutschland zu errichten. Leider handelt es sich dabei nicht um eine Verschwörungstheorie aus dem Netz, sondern um schriftlich festgelegte Erkenntnisse des Verfassungsschutzes, die in den Versfassungsschutzberichten nachzulesen sind. Auch im aktuellen Buch des Autors, Sicherheitsrisiko Islam, werden die alarmierenden Aktivitäten von Erdoğan und den Muslimbrüdern enthüllt und analysiert.

»Türkei bombardiert gezielt IS-Gefängnisse«

Es mehren sich nicht nur Berichte von Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen, ja die mit der Türkei verbündeten Dschihadistenmilizen brüsten sich sogar damit. Auch ist zu beobachten, dass das türkische Militär gezielt IS-Gefängnisse, wie beispielsweise das IS-Camp Ain Issa, bombardiert und so bereits Tausenden IS-Kämpfern die Flucht ermöglichte. Der Einmarsch der Türken trägt somit direkt zu einem Erstarken der Terrormiliz Islamischer Staat bei, die ja anfangs durch die Türkei massiv aufgerüstet wurde und enorme logistische Unterstützung erhielt.

Beobachter gehen von bis 100 000 inhaftierten IS-Anhängern allein in Nord-Syrien aus. Darunter befinden sich an die 11 000 IS-Terroristen, 9000 Syrer und Iraker, sowie bis zu 2000 ausländische IS-Kämpfer. Die kurdischen Streitkräfte haben bereits mehrfach um Hilfe gerufen und angekündigt, Wachpersonal zur Unterstützung an der Front abziehen zu müssen. Es ist zu befürchten, dass die Türkei-Invasion zu einer immensen Fluchtwelle von IS-Anhängern und IS-Terroristen führt. Obwohl die Hintergründe allen Sicherheitsbehörden und der Bundesregierung bekannt sind, bleiben Deutschlands Grenzen offen und unkontrolliert.

Pulverfass Deutschland

Auch auf Deutschlands Straßen kam es aufgrund dieser hochexplosiven Gesamtlage bereits zu ersten Auseinandersetzungen zwischen türkischen Nationalisten und PKK-nahen Kurden. Diese Gewalttätigkeiten drohen nun weiter zu eskalieren. Beim letzten Türkei-Einmarsch in Syrien, im Januar 2018, verschärfte sich die Situation dadurch, dass sich die (deutsche) linksextreme Szene an militanten Attacken durch kurdische Nationalisten und Extremisten beteiligte. So bekannte sich die Antifa unter anderem zu einem Brandanschlag auf eine türkische Moschee in Kassel. In Ulm wurden vier syrische Flüchtlinge verhaftet, denen die Staatsanwaltschaft Stuttgart vorwirft, Molotowcocktails auf ein türkisches Gemüsegeschäft und einen Moscheeverein geschleudert zu haben.

Wieder einmal wird deutlich, dass die unkontrollierte Masseneinwanderung aus Kriegsgebieten zu einer Destabilisierung der Sicherheitslage in Deutschland geführt hat. Die Behörden registrierten im Jahr 2018 innerhalb kürzester Zeit über 3 Dutzend Brandanschläge und Attacken auf türkische Moscheen und Einrichtungen. Die PKK-Jugend rief zu dieser Zeit sogar dazu auf, »den Krieg nach Europa zu tragen«.

Türkische Nationalisten, kurdische Extremisten, linksextreme Antifa-Anhänger, Dschihadisten-Milizen und IS-Terroristen, die nach wie vor massenweise nach Westeuropa flüchten, wirken sich massiv auf unsere Sicherheitslage aus. Nach der Welle von Terroranschlägen der vergangenen Tage und Wochen, scheint sich die Destabilisierung Deutschlands zu einem bedrohlichen Dauerzustand zu entwickeln.

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Dienstag, 15.10.2019

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