Tyler Durden

US-Militärakademie veröffentlicht Leitfaden zum Umsturz ausländischer Regierungen

So unglaublich es erscheinen mag, aber die folgende Schlagzeile ist nicht auf unserem Mist gewachsen, sondern wurde von Newsweek veröffentlicht: »Akademie der US-Sondereinsatzkräfte veröffentlicht neuen Leitfaden zum Umsturz ausländischer Regierungen«. Soweit wir das beurteilen können, ist Newsweek der bislang einzige Vertreter der großen Mainstreammedien, der thematisiert, dass das US-Militär nun praktisch offen damit prahlt, wie es in der Vergangenheit verdeckt Regierungen gestürzt hat und wie es das in Zukunft zu tun beabsichtigt.

Die 250-seitige Studie wurde von der Joint Special Operations University veröffentlicht. Die Akademie wird vom im Luftwaffenstützpunkt MacDill in Florida ansässigen US Special Operations Command geleitet. Bei dieser Kommandoeinrichtung laufen sämtliche offenen und verdeckten Missionen amerikanischer Spezialeinheiten zusammen.

»Diese Arbeit wird der Special-Operations-Gemeinde und ihrer zivilen Führung als Referenzwerk zu Widerstandsbewegungen dienen«, heißt es in der Einleitung des Berichts.

In der Studie wird auf insgesamt 47 Fälle aus dem Zeitraum 1941 bis 2003 eingegangen, in denen Spezialeinheiten der USA Interventionen im Ausland versuchten. Besondere Aufmerksamkeit kommt dabei dem Kalten Krieg zu, aber es sind keine Staatsstreiche berücksichtigt, bei denen es an »legitimen Widerstandsbewegungen« mangelte – so wie beispielsweise bei der Operation »Ajax«, in deren Verlauf 1953 der demokratisch gewählte iranische Ministerpräsident Mohammad Mossadegh gestürzt wurde.

Katastrophale Pannen wie die von der CIA unterstützte Invasion in der Schweinebucht spielen eine prominente Rolle, aber der Autor des Berichts kommt dennoch zu dem – möglicherweise vorhersehbaren – Urteil, dass von den nahezu 50 untersuchten verdeckten Operationen die meisten Aktionen ein Erfolg waren.

»Eines haben alle 47 in dieser Studie untersuchten Fälle gemeinsam, nämlich dass der anvisierte Staat entweder von einer unfreundlichen Besatzungsmacht regiert wurde oder von einem repressiven autoritären Regime«, schreibt Will Irwin, der Autor der Studie und ein Veteran der Special Forces der Armee. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen historische Regimewechsel, aber zumindest teilweise werden auch Andeutungen auf die Zukunft gemacht. So heißt es unter anderem: »Russland und China haben expansionistische Tendenzen kühn unter Beweis gestellt.«

Quelle: Zerohedge

Dienstag, 14.05.2019

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